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Donnerstag, 21. April 2016 - 04:57 Uhr

- Giorgio de Chirico / STAATSGALERIE STUTTGART / 18.03. – 03.07.2016

 

 

 

STAATSGALERIE STUTTGART

18.03. – 03.07.2016

Giorgio de Chirico – Magie der Moderne

 => http://www.dechirico-staatsgalerie.de

Giorgio de Chirico – Magie der Moderne
Anhand von rund 100 hochkarätigen Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken, u.a. aus dem Metropolitan Museum of Art und dem MoMA in New York, dem Centre Pompidou in Paris oder der Galleria Nazionale d’arte moderna in Rom lädt diese Präsentation in der Staatsgalerie dazu ein, diesem bemerkenswerten künstlerischen Phänomen, das einen der wichtigsten Wendepunkte in der Entwicklung der Kunst des 20. Jahrhunderts darstellt, nachzuspüren. 

Das Treffen der Meisterwerke
In der Ausstellung treffen zahlreiche in Ferrara entstandene Meisterwerke Carràs und de Chiricos auf Gemälde und Zeichnungen von Künstlern des Dadaismus, Surrealismus und der Neuen Sachlichkeit, und offenbaren so die sich unmittelbar nach ihrer Entstehung anschließende internationale Rezeption der besonderen Bildsprache der pittura metafisica. Auf zahlreichen Werken von René Magritte, Salvador Dalí, Max Ernst oder George Grosz tauchen Motive wie der gesichtslose „manichino“ oder das „Bild im Bild“ auf und zeugen von der intensiven Auseinandersetzung mit de Chirico. 

Giorgio de Chirico – Inspiration für Künstler vieler Generationen
Nur wenige Künstler der Moderne übten einen derart richtungsweisenden Einfluss auf Zeitgenossen und nachfolgende Künstlergenerationen in Europa aus wie der 1888 in Griechenland geborene Italiener Giorgio de Chirico. In seiner Malerei entwickelt der Künstler in den 1910er Jahren eine hochkomplexe Bildsprache, deren vordergründige Gegenständlichkeit sich bei näherer Betrachtung in eine mysteriöse Welt voller Symbole und Anspielungen auflöst. Die 1911 in Paris begonnene Schaffensphase seiner metaphysischen Malerei findet ihren konzeptionellen Höhepunkt im oberitalienischen Ferrara, wo de Chirico ab Mitte 1915 bis Ende 1918 seinen Militärdienst ableistet. 

Zusammen mit Carlo Carrà, der ebenfalls in der Nähe von Ferrara stationiert ist, verbringt de Chirico von Anfang April bis Mitte August 1917 einige Monate in der Villa del Seminario, einem psychiatrischen Militärkrankenhaus. Hier beginnen die beiden Künstler intensiv miteinander zu arbeiten, was einen nachhaltigen Eindruck im Werk von Carrà hinterlässt. Die Zusammenarbeit zwischen de Chirico und Carrà in der Villa del Seminario ist die Geburtsstunde dessen, was man später als die „Scuola Metafisica“ bezeichnet hat.

Ein Gemälde feiert Jubiläum
Als eines der wenigen Museen in Deutschland besitzt die Staatsgalerie ein Meisterwerk de Chiricos aus dieser für die Kunstgeschichte so fruchtbaren Periode in Ferrara. Es bildet 2016 – 100 Jahre nach seiner Entstehung – den Ausgangspunkt für die Große Sonderausstellung in Stuttgart zur "pittura metafisica" und ihrer Bedeutung für die Kunst der Europäischen Avantgarde. 

Die Anfänge der Architektur in de Chiricos Werk
Die frühen Werke de Chiricos, entstanden zwischen 1911 und 1915 in Paris, zeigen zumeist leere Plätze, von hohen Arkaden verschattet und weit in die Tiefe reichend. Es sind ruhige, poetische Bildkompositionen, deren vordergründig nachvollziehbarer Bildaufbau durch rätselhafte Elemente und Symbole, wie einer am Horizont vorbeifahrenden Lokomotive, gestört wird. Diese beunruhigende Bildsprache erfährt nach de Chiricos Ankunft in Ferrara eine nochmalige Steigerung und Verdichtung. Es entstehen verschachtelte und bühnenartig anmutende Innenraumkonstruktionen, in denen Gegenstände zu geheimnisvollen Stillleben arrangiert werden. Aufgetürmte Winkelmaße und Holzrahmen setzen sich zu immer neuen skulpturalen Gebilden zusammen, denen oft noch ein Kasten vorgeblendet wird, der den Blick auf eine Landschaftsszenerie oder ein Gebäude freigibt. Die dem Betrachter vertraute, reale Welt findet in diesen befremdlichen metaphysischen Interieurs de Chiricos nur mittels des Motivs „Bild im Bild“ Platz.

 

 


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